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27.01.2017

Veranstaltungsreihe „Zeitzeugen im Fischbahnhof“: Was Motorräder und Krabbenfang gemeinsam haben

Foto: © Heiko Sandelmann

Zur Veranstaltung am 17. Januar 2017 hatte sich wieder eine Vielzahl von Besuchern im Fischbahnhof eingefunden.  Dieses Mal war der Krabbenkutter-Kapitän Hans-Joachim Reim zu Gast, der nicht nur viel über den Krabbenfang zu berichten wusste, sondern auch über Motorräder, denn den Fischereihafen hatte er durch den Motorrad-Sportclub-Unterweser in den 1960er Jahren kennengelernt. Hans-Joachim Reim fuhr eine Yamaha, die er auch an diesem Abend voller Stolz auf Bildern präsentierte.

Nach etlichen Rennen, u.a. in der Tschechoslowakei, ist Hans-Joachim Reim im Jahr 1983 schwer gestürzt.  Danach fuhr er keine Rennen mehr. Sein Motorrad wurde im Obergeschoss seines Hauses untergebracht. Schmunzelnd berichtete er, dass den Helfern sicherlich heute noch die Arme wehtun, denn das Motorrad bringt schon einige Kilos auf die Waage. Seine Frau Waltraut, die immer an seiner Seite ist, hat den Vorschlag unterbreitet, die Wand hinter dem Motorrad mit Spiegeln zu versehen, damit es von allen Seiten gut sichtbar ist. Dieser Vorschlag wurde gern umgesetzt.

Beruflich war Hans-Joachim Reim bei der Schichau-Seebeck-Werft tätig. Als dann Anfang 1984 eine Phase der Kurzarbeit einkehrte, ist die Idee entstanden, einen Kutter für den Krabbenfang zu bauen. Baupläne hierzu gab es nicht. Hans-Joachim Reim betonte, dass er sich immer Leute gesucht und auch glücklicherweise gefunden habe, die ihr Wissen gern an ihn weitergegeben haben. Dafür sei er heute noch vielen Helfern dankbar. Ende September 1984 folgte die Schiffstaufe. Da der kleine Kutter lediglich zehn Meter lang war, anstatt der sonst bei solchen Kuttern üblichen 16 bis 17 Meter, hatte Hans-Joachim Reim angedacht, den Kutter “Floh“ zu taufen. Dieser Vorschlag stieß bei seiner Frau Waltraut allerdings auf wenig Akzeptanz. Gemeinsam entschloss man sich, den Kutter „Steinbock“ zu nennen. Da beide Eheleute vom Sternzeichen Steinbock sind, wurde somit der dritte Steinbock in die Familie aufgenommen.  

Zu Spitzenzeiten brachte Hans-Joachim Reim 1,2 Tonnen Fang mit nach Hause. Dies ist heute eher selten.

Auch in den Wintermonaten gibt es viel zu tun. „Mit der Schiffspflege verdient man das meiste Geld“, betonte Reim, der seinen Kutter laut Aussage des Germanischen Lloyds immer bestens gewartet und instandgehalten hat.

Anfang Juni/nach Pfingsten, geht es wieder hinaus auf Krabbenfang. Die Eheleute Reim freuen sich auf die Saison und auf das Schaufenster Fischereihafen, wo der Kutter seinen Liegeplatz hat. Sie haben so viel gesehen und auf die Frage, warum sie so einen prädestinierten Liegeplatz haben, antworten sie: „Das Schaufenster Fischereihafen ist um uns herum entstanden!“.
 
Moderiert wurde die Veranstaltung wieder von Gerd Blancke, der an diesem Abend Mühe hatte, zu Wort zu kommen. Für diese Veranstaltungsreihe nimmt er die Vorbereitung mit dem ersten Interview der Gäste und der Moderation am Veranstaltungsabend wahr und sucht auch die passende Musik heraus. Beliebt ist Gerd Blancke nicht nur bei dem Publikum, sondern auch stets gern gesehen bei dem Team im Fischbahnhof. Bei der Veranstaltung war die mobile Trennwand zur Ausstellung „Expedition Nordmeere“ geöffnet worden, um den Besuchern einen Einblick in die Unterwasserwelt zu geben.

Die Veranstaltungsreihe wird am 14. Februar 2017 fortgesetzt. Gerd Blancke wird Heinz Leifheit begrüßen, der als mobiler Fischhändler unterwegs war.